Von den 1980ern bis heute
Die Kreth Kunststoffverarbeitungs GmbH wurde 1984 gegründet. Schon früh setzte man auf das Potenzial des Werkstoffs Kunststoff, der damals in vielen Bereichen als zukunftsträchtig galt. Seither hat sich das Unternehmen kontinuierlich entwickelt und gefestigt. Seit 1990 ist Kreth am heutigen Standort in der Ostendstraße 13 in Pfungstadt zu Hause. Hier wurde in den letzten Jahrzehnten investiert, erweitert und modernisiert. Heute produziert Kreth mehr als sieben Millionen Teile jährlich – und beliefert damit über 100 Geschäftspartner weltweit. Die Zahlen sprechen für sich: Aus einem kleinen Betrieb hat sich ein international gefragter Partner entwickelt, der dennoch tief in der Region verwurzelt geblieben ist.
Mittelstand mit Herz und Kompetenz
Aktuell beschäftigt das Unternehmen 21 Mitarbeitende, darunter 5 im eigenen Werkzeugbau. Dass Kreth über einen eigenen Werkzeugbau verfügt, ist ein Zeichen von Unabhängigkeit und Qualitätsbewusstsein. Viele Mitbewerber kaufen Werkzeuge extern ein – Kreth dagegen setzt auf Eigenleistung. Das bedeutet: kürzere Wege, mehr Flexibilität und die Möglichkeit, auf individuelle Kundenwünsche schneller zu reagieren. Ein weiterer wichtiger Punkt: Kreth ist Ausbildungsbetrieb. Junge Menschen werden hier in Berufen ausgebildet, die hohe technische Präzision erfordern – und die zugleich spannende Karrieren ermöglichen.
16 Spritzgussmaschinen für Präzision und Vielfalt
Das Herzstück der Fertigung sind die 16 Spritzgussmaschinen. Sie laufen nahezu rund um die Uhr und ermöglichen die Produktion unterschiedlichster Kunststoffteile. Ob filigrane Kleinteile, robuste Gehäuse oder komplexe Sonderlösungen – bei Kreth gilt das Motto: „Alles, was aus Kunststoff gefertigt werden kann, produzieren wir auch.“ Die Produktionsleistung von über 7 Millionen Teilen pro Jahr zeigt eindrucksvoll, welche Dimension hinter einem mittelständischen Unternehmen steckt. Von außen mag Kreth auf den ersten Blick unscheinbar wirken – doch im Inneren laufen Prozesse auf modernstem Stand.
Der berühmte Erste-Hilfe-Kasten: Mehr als nur ein Produkt
Besonders im Gedächtnis bleibt natürlich das wohl bekannteste Produkt: der orangene Erste-Hilfe-Kasten. Er ist zum Sinnbild geworden für das, was Kreth leistet – zuverlässig, allgegenwärtig, unverzichtbar. Erste-Hilfe-Kästen begleiten uns durchs Leben: in der Schule, im Betrieb, im Auto. Dass sie aus Pfungstadt stammen, ist für viele neu – und zeigt, wie wichtig regionale Produktion auch in einer globalisierten Welt ist. Der Erste-Hilfe-Kasten ist mehr als ein Kunststoffbehälter. Er ist ein Symbol für Sicherheit. Ein Produkt, das Leben retten kann, weil es im entscheidenden Moment griffbereit ist. Für Kreth ist er ein Aushängeschild – und für uns ein eindrucksvolles Beispiel, wie ein unscheinbares Objekt eine große Bedeutung erlangen kann.
Kundschaft: Divers, international, treu
Neben den Erste-Hilfe-Kästen produziert Kreth für eine branchenübergreifende Kundschaft. Dazu zählen unter anderem:
- Automobilindustrie
- Medizintechnik
- Konsumgüterhersteller
- Technische Betriebe
Diese Diversität sorgt nicht nur für Stabilität, sondern macht auch deutlich: Kunststoffteile aus Pfungstadt finden weltweit Anwendung. Über 100 Geschäftspartner vertrauen regelmäßig auf die Qualität aus dem Hause Kreth.
Fachkräftemangel: Eine Herausforderung für die Zukunft
Ein Thema, das bei unserem Besuch immer wieder angesprochen wurde, ist der Fachkräftemangel – insbesondere im Bereich Werkzeugbau. Qualifizierte Spezialisten sind schwer zu finden, gleichzeitig sind sie für den Erfolg unverzichtbar. Kreth begegnet dieser Herausforderung, indem man selbst ausbildet, Perspektiven bietet und junge Menschen für die Arbeit begeistert. Doch die Problematik bleibt: Viele Unternehmen der Region ringen um dieselben Fachkräfte. Umso wichtiger ist es, dass Ausbildungsbetriebe wie Kreth aktiv bleiben und sich für die Nachwuchsförderung einsetzen.
Nachhaltigkeit & Verantwortung
Kunststoff ist in der öffentlichen Diskussion ein sensibles Thema. Kreth nimmt die Verantwortung ernst: Moderne Maschinen reduzieren den Energieverbrauch, Recyclingkreisläufe werden genutzt, Produktionsprozesse optimiert. Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich Kunststoff nachhaltig einsetzen? Kreth arbeitet an Lösungen, die Effizienz und Verantwortung miteinander verbinden.
Fazit: Mittelstand, der sichtbar wird
Unser Besuch bei der Kreth Kunststoffverarbeitungs GmbH hat gezeigt: Hinter einem bekannten Produkt wie dem Erste-Hilfe-Kasten steckt eine beeindruckende Geschichte. Kreth steht für Qualität „Made in Germany“, für regionale Verwurzelung und internationale Strahlkraft. Wenn wir das nächste Mal einen orangenen Kasten an der Wand sehen, wissen wir: In ihm steckt nicht nur Verbandmaterial – sondern auch ein Stück Pfungstadt.